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1947: Wir sind eine Familie –
Das Sozialwerk der Rheinbahn

Ab 1947 unterrichtet die Rheinbahn ihre Mitarbeiter monatlich über die Fortschritte bei der Wiederherstellung der Betriebsanlagen. Gleichzeitig damit wird eine umfangreiche Sozialabteilung aufgebaut, die sich besonders der gesundheitlichen Versorgung der Mitarbeiter annehmen muss. Eine Statistik des Jahres 1946 berichtet über 10,92 Prozent Arbeitsausfälle bei Männern durch Erschöpfung und Unterernährung. Für den gleichen Bereich wirft die Statistik für Frauen nur 8,08 Prozent aus und zieht daraus den Schluss, dass Frauen sich auch hier als widerstandsfähiger erwiesen hätten.
 
Die Wohnungsfürsorge ist eines der vordringlichsten Probleme. Viele Rheinbahner wohnen in Notunterkünften unter außerordentlich beengten Verhältnissen. Um für sie preiswerten Wohnraum zu schaffen, erbaute die Rheinbahn zunächst auf dem Grundstück des Betriebshofes Handweiser Wohnungen, begann aber schon 1948 mit dem Bau von Reihenhäusern, wie etwa in Kaiserswerth an der Kalkumer Schloßallee. Die Betriebsküche der Rheinbahn wurde mittlerweile ausgebaut und ist nun in der Lage, täglich 2.000 Portionen warmes Essen auszugeben.
 
Ab 1947 erschien wieder die Werkzeitschrift „Das Rad". Sie wurde nun gemeinsam von Vorstand und Betriebsrat herausgegeben. Die Stellung der Arbeitnehmervertreter im Unternehmen war stärker geworden und sie verlangten nach Mitspracherecht im offiziellen Organ des Unternehmens. Vermutlich hatte man aber auch Lehren aus den Erfahrungen der Nazi-Zeit gezogen, in der die Werkzeitschrift zu einem Propagandablatt der Betriebsleitung und der NSDAP verkümmert war.
Mit dem im Jahr 1948 erfolgten Währungsschnitt mussten die Mitarbeiter erst einmal allein fertig werden. Mit einem Bruchteil des vorherigen Vermögens und einem Kopfgeld von 40 DM (20,45 Euro) begannen alle Mitarbeiter von vorne.
 
Noch einmal zieht das Sozialwerk der Rheinbahn unter dem Währungsschnitt Bilanz: 842 Anträge aus der Belegschaft konnten seither bewilligt werden. Anträge, die aus besonderen Notlagen heraus gestellt wurden. 84.569 Reichsmark hatte die Rheinbahn bis zur Währungsreform für die Mitarbeiter ausgegeben. Hinzu kamen nochmals Ehestands-
beihilfen in Höhe von 11.700 und Geburtsbeihilfen in Höhe von 6.500 Mark. Bis zur Währungsreform wurden an die Belegschaftsmitglieder insgesamt 899 Kleidungsstücke ausgegeben, dazu kamen Wäsche, Berufskleidung, Wolldecken, Handtücher, Socken, Fahrräder, Fahrraddecken, Fahrradschläuche, Fahrradbeleuchtungen, Herde, Öfen, Möbel, Rasierklingen, Schuhcreme, Zahnpasta und Zahnbürsten, Schuhbänder und Thermosflaschen.
 
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