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1941: Der zweite Weltkrieg in Düsseldorf

Die Masse der Düsseldorfer nahm die Katastrophe des Kriegsausbruchs anfänglich nur in Einzelerscheinungen wahr, z. B. wenn Gefallenenmeldungen eintrafen. Die Blitzkriege gegen Polen und Frankreich verliefen zunächst erfolgreich und dämpften gerade die Angst derer, die sich noch an den Ersten Weltkrieg erinnern konnten. Die Versorgung mit alltäglichen Gütern verknappte sich zwar, aber sie verschlechterte sich aufgrund des funktionierenden Bezugscheinwesens nicht entscheidend. Die anfänglichen Erfolge verleiteten viele zu Enthusiasmus und fahrlässiger Mitläuferschaft.
 
Als kriegswichtiger Betrieb blieb die Rheinbahn zunächst von weitgreifenden Einberufungen verschont. Von 3.350 Rheinbahnern waren 405 zur Wehrmacht eingezogen worden. Ihre Arbeit wurde umverteilt oder von neu eingestellten Frauen ausgeführt. Auch unter den nationalsozialistischen Mitarbeitern der Rheinbahn machte sich nach den Erfolgen der Blitzkriege eine euphorische Stimmung breit. Sie glaubten, dass es nun keine Schranken mehr gäbe und maßen sich auch im Betrieb Vollmachten an. Dies führt zu Unruhen, die mit der Bekanntmachung Nr. 4 aus dem Jahre 1940 gedämpft werden sollten. Allen Mitarbeitern wurde bei nachlässiger Dienstausübung die Einweisung ins KZ angedroht. Damit war ein Instrument der totalen Unterdrückung geschaffen. Jegliche Unmutsregung, so sie überhaupt noch stattfand, konnte auf diese Weise weggefegt werden.
 
Die Katastrophe des Krieges wird immer greifbarer. Die ersten Gefallenenmeldungen werden in der Werkzeitschrift veröffentlicht. Bomben zerstören 1940 die ersten Straßenbahnwagen. Durch die Verdunklung der Straßenbahn- und Busbeleuchtung kommt es zu zahlreichen Unfällen und ab 1942 beginnen die systematischen Bombenangriffe auf Düsseldorf, die bis 1945 die Stadt in Schutt und Asche legen sollten.
 
Immer mehr Mitarbeiter verlieren ihre „Unabkömmlichkeitsstellung“ und werden zur Wehrmacht eingezogen. Die Rheinbahn sah sich ernsten Personalengpässen gegenüber. So ging die Betriebsleitung ab 1942 – wie andere Düsseldorfer Industriebetriebe – dazu über, Fremdarbeiter anzuwerben. Sie kamen mit zum Teil freiwillig unterzeichneten, zum Teil abgepressten Arbeitsverträgen, als Verschleppte und als Kriegsgefangene. Bis 1945 stellte die Rheinbahn insgesamt 603 Fremdarbeiter im Fahrdienst, in den Werkstätten und als Hilfsarbeiter ein. Darunter waren 275 Franzosen, 183 Holländer, 66 Italiener, 51 Belgier, 16 Russen, 3 Polen, 2 Ukrainer, 1 Flame, 1 Kroate, 1 Luxemburger, 1 Ostarbeiter, 1 Spanier, 1 Tscheche und 1 Staatenloser.
 
Die rasch aufeinander folgenden Bombenangriffe zerstören Werksanlagen, Gleise und Fahrzeuge, so dass es immer schwerer wird, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ständig waren Trupps im Einsatz, die zerstörte Oberleitungen reparierten, Schienen verlegten oder beschädigte Wagen abschleppten. In der Düsseldorfer Bevölkerung bewunderte man den Einsatz der Rheinbahner und die Tatsache, dass die Bahn trotz der großen Zerstörung immer wieder fuhr.
Während die Kollegen in Düsseldorf die Angriffe der alliierten Luftwaffe überstehen müssen, sind die Rheinbahner an der Front von Informationen aus der Heimat abgeschnitten. Über die Werkzeitschrift sollen sie Kontakt zur Heimat erhalten. Die mittlerweile von der nationalsozialistischen Betriebsleitung eingerichtete Sozialabteilung versendet Feldpostpakete und sammelt Geschenke für die Kollegen an der Front.
 
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