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1926: Die Ausstellung Gesolei und eine neue Schnellbahn

Im Herbst 1924 sammelten sich zahlreiche Politiker und Unternehmer – darunter auch der Generaldirektor der Rheinbahn, Max Schwab – um den Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr. Sie berieten mit ihm die Möglichkeiten, in Düsseldorf eine große Ausstellung mit überregionaler Bedeutung durchzuführen: die „Große Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“ (Gesolei). Der Architekt Wilhelm Kreis, der 1924 in Düsseldorf das Wilhelm-Marx-Haus, seinerzeit das größte Bürohochhaus des Deutschen Reiches, gebaut hatte, bekam den Auftrag, die erforderlichen Ausstellungsgebäude am Rheinufer direkt neben der Oberkasseler Brücke zu errichten. Einige davon waren als sogenannte Dauerbauten konzipiert, blieben nach dem Ende der Ausstellung stehen und bilden heute das Gebäudeensemble „Am Ehrenhof“.
 
Weil Max Schwab zu den Ausstellungsmachern gehörte, nutzte die Rheinbahn die Ausstellung zu einer beispielhaften Selbstdarstellung. Der An- und Abtransport der über fünf Millionen Besuchern aus dem gesamten Deutschen Reich gehörte dabei gewissermaßen zu den Pflichtaufgaben. Darüber hinaus aber stellte sich das Unternehmen in einem eigenen Ausstellungsbereich mit heute noch modern erscheinenden Methoden dar. Mit Graphiken, Schautafeln und Modellen wies die Schau auf die Vorzüge des Öffentlichen Personennahverkehrs, auf die Freizeitgestaltung mit der Rheinbahn, auf die Modernität seiner Fahrzeuge und auf die dahinter stehende Technik hin. Die Modelle, allesamt in den Werkstätten der Rheinbahn gebaut, hatten Museumsqualität. Sie befinden sich heute noch im Besitz des Unternehmens.
 
Die Krönung im Bemühen um eine positive Selbstdarstellung war die Liliputbahn, die durch die Ausstellung fuhr. Über eine Million Menschen fuhr mit ihr während des Ausstellungssommers durch die Parkanlagen. Die Dampflokomotive war ein äußerlich exakter Nachbau einer Schnellzuglokomotive der Deutschen Reichsbahn im Maßstab 1:5.
 

Schneller nach Norden mit der neuen Schnellbahn

Bisher war das Rückgrat im Schienennetz der Rheinbahn die Fernbahnstrecke nach Krefeld. Sie hob sich von allen anderen Straßenbahnstrecken durch ihre höhere Durchschnittsgeschwindigkeit und ihre schnelleren und komfortableren Züge ab. Die Vorzüge einer solchen Schnellbahn blieben auch dem Fahrgast nicht verborgen. So war die Auslastung der Krefelder Strecke immer überdurchschnittlich hoch.
 
Etwas Ähnliches sollte nun auch im Düsseldorfer Norden eingerichtet werden. Seit 1898 fuhr hier die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn, ein Gemeinschaftsunternehmen der Städte Düsseldorf und Duisburg. Zeitgenössischen Äußerungen und dem Spitznamen "Kurz- und Kleinbahn" zufolge, verlief der Betrieb dieser Bahngesellschaft nicht sehr zuverlässig.
Schon im Jahre 1920 fanden erste Beratungen über den Bau einer Schnellbahn nach Duisburg statt. Anders als beim Bau der Bahn nach Krefeld, der ja durch zunächst nahezu menschenleeres Gebiet führte, mussten bei der Festlegung der neuen Trasse nach Duisburg zahlreiche Grundstücke aufgekauft oder getauscht werden. Dieses Geschäft erwies sich als zeitraubend und unerfreulich. Viele Grundbesitzer weigerten sich zu verkaufen, so dass Enteignungsverfahren angestrengt werden mussten.
 
Unter dem Eindruck der geplanten Ausstellung Gesolei kam Bewegung in die Angelegenheit und die Bauarbeiten wurden 1924 aufgenommen. Großprojekte dieser Art hatten natürlich auch eine beschäftigungspolitische Komponente. Ein großer Teil der Gleisbauarbeiten, der Planierarbeiten und des Oberbaus wurden als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ausgeschrieben und durchgeführt. Am 20. April 1926 ging die neue Schnellbahnstrecke nach Duisburg in Betrieb.
 
Die Fahrzeuge fielen ungleich eleganter aus als die auf der Krefelder Strecke. Auch dieser Fahrzeugtyp hatte mit der Straßenbahn nicht viel gemeinsam. Es waren schwere, elegant eingerichtete Fahrzeuge, die eher an einen Express-Zug erinnerten. Sie waren so konstruiert, dass sie bei Bedarf auch auf der Krefelder Strecke hätten eingesetzt werden können.
 
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