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1924: Verbreiterung der Oberkasseler Brücke und Speisewagen im Straßenbahnnetz

Schon bald nach der Jahrhundertwende musste man feststellen, dass die Oberkasseler Brücke auf Dauer dem wachsenden Verkehr nicht genügen würde. So begannen schon um 1912 Planungen für den Umbau, die aber durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges zunichte gemacht wurden. Nach dem Krieg und kurz vor dem Ende der Rheinland-Besetzung nahm man diese Planungen wieder auf. Bei den Verhandlungen über die Brückenverbreiterung ergaben sich Schwierigkeiten dadurch, dass die Brücke vom 17. September 1924 bis zum 17. August 1925 unter dem Befehl und der Kontrolle der französischen Besatzungsmacht stand. Sie stellte verschiedene Bedingungen, die sich auf die Sicherheit der Besatzung bezogen.
 
Nachdem diese Bedingungen anerkannt worden waren, wurden die Firmen Philipp Holzmann und Co., Gutehoffnungshütte und Hein, Lehmann und Co. mit dem Umbau der Brücke beauftragt. Er wurde am 11. März 1925 begonnen und schon am 20. April 1926 beendet.
 
Bei den Konstruktionsarbeiten für den Brückenbogen hatte man darauf geachtet, dass die Schönheit der Brücke im Gesamteindruck nicht wesentlich beeinträchtigt wurde. Der Radfahrweg zwischen den ursprünglichen und den Verstärkungsbögen war zwar mit 1,20 m etwas knapp ausgefallen, aber das musste in Kauf genommen werden. War doch mit dieser Konstruktion erreicht worden, dass der allgemeine Fuhrwerks- und Kraftwagen-Verkehr den Bahnverkehr nicht mehr störte. Die Züge der Rheinbahn konnten nun mit voller Geschwindigkeit auf eigenem Bahnkörper über die Brücke fahren. Auch die Fußgänger hatten einen eigenen breiteren Weg zur Verfügung.

 

Weltneuheit: Speisewagen im Straßenbahnnetz

Die Innovationskraft und der wirtschaftliche Erfolg der Rheinbahn in den 20-er Jahren stehen immer wieder im Zusammenhang mit der Person des Direktors Max Schwab, der dem Unternehmen große Anerkennung verschaffte.
 
Auf seinen Vorschlag hin wurde 1924 bei einer ohnehin notwendigen Waggonbestellung für die Fernlinie nach Krefeld ein Speisewagen zur Erprobung mitbestellt. Wie außergewöhnlich dieser Gedanke war, zeigt die Tatsache, dass die Rheinbahn bis in die 1990-er Jahre die einzige Straßenbahngesellschaft der Welt war, die in ihren Linienzügen Speisewagen mitführte.
 
Man war sich nicht sicher, ob das Publikum diese Neuerung annehmen würde. Vorsorglich wäre die Küche leicht wieder zu entfernen gewesen. Aber die Kunden wussten diesen Service schnell zu schätzen. Der Speisewagen blieb und es folgten noch vier weitere. Gastronom war zunächst das Hotel „Breidenbacher Hof“, später übernahmen Angestellte des Hotels die Bewirtschaftung des Speisewagens in eigener Regie.


Der gut florierende Speisewagenbetrieb auf der Krefelder Strecke endete mit dem Zweiten Weltkrieg. 1948 nahm die Rheinbahn auf der jetzigen „K-Bahn“ und 1949 auch auf der „D-Bahn“ nach Duisburg wieder Speisewagen in Betrieb.
 
Trotz neuer, damals hochmoderner Speisewagenfahrzeuge, die die Rheinbahn 1953 kaufte, warf der Pächter 1963 wegen mangelnder Rentabilität das Handtuch auf der Krefelder Strecke. Auf der Duisburger Linie blieb dieser Service bis 1989 der einzige dieser Art in Europa.
 
Als die Stadtbahn U76 die alte K-Bahn ablöste, nahm das neue „RheinbahnBistro“ in alter Tradition seinen Betrieb auf: Seit 1. April 1989 genießen die Fahrgäste zwischen Krefeld und Düsseldorf wieder den Speisewagenservice. Dazu existieren vier Stadtbahnwagen mit Bistroabteil.
 
 
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