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Taktverdichtung im Oktober wird verschoben:

Produktionsmängel: Rheinbahn stoppt Annahme der neuen HF6-Bahnen von Bombardier Transportation

13.08.2020

Die Rheinbahn hat die Annahme der neuen Hochflurbahnen HF6 vom Hersteller
Bombardier Transportation mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres
gestoppt. Grund für diese Entscheidung sind Fertigungsmängel, die im Rahmen
einer Erstmusterprüfung festgestellt worden sind. Die hieraus erwachsenen
Fragen und Folgen im Hinblick auf die Sicherheit und Langlebigkeit der
Fahrzeuge sollen nun zunächst von einem unabhängigen Gutachter bewertet
werden. Die geplante Taktverdichtung, für deren Umsetzung die Rheinbahn
die zusätzlichen Bahnen benötigt, wird angesichts der Qualitätsprobleme des
Herstellers im Oktober nicht stattfinden können.

Hierzu erklärt Michael Richarz, Vorstand Technik und Betrieb: „Die jüngsten
Entwicklungen belasten unser Verhältnis zu Bombardier derzeit stark.
Wir müssen davon ausgehen, dass die Fahrzeuge nicht im vertraglich vereinbarten
Zustand produziert worden sind. Welche Auswirkungen dies auf die
Verkehrssicherheit und Langlebigkeit der Bahnen hat, muss nun zunächst
bewertet werden. Wir haben die Geschäftsführung von Bombardier aufgefordert,
den Sachverhalt umgehend und transparent aufzuarbeiten. Bis auf weiteres
werden wir daher keine weiteren Fahrzeuge mehr annehmen, uns eng
mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) abstimmen und behalten uns
die Geltendmachung weiterer Ansprüche vor.“

Die Produktionsmängel waren bei der Kontrolle eines Fahrzeuges durch ein
von der Rheinbahn beauftragtes Unternehmen aufgefallen. So gibt es Abweichungen von den Bauunterlagen im Bereich der Schweißnähte, beim verwendeten Grundmaterial bei der Herstellung des Wagenkastenuntergestells
sowie bei der Tür- und Trittstufensteuerung.

Michael Richarz weiter: „Bombardier hatte uns noch vor wenigen Tagen zugesichert, dass wir die Taktverdichtung im Oktober realisieren können. Wir
erwarten, dass die Bahnen aufgrund der aktuellen Erkenntnisse keine Freigabe
von der Technischen Aufsichtsbehörde erhalten werden. Daher gilt es
zunächst, die Zulassungsfähigkeit und die Langzeitfolgen der Fertigungsmängel
zu bewerten. Wir erwarten von Bombardier die mängelfreie Lieferung
der Bahnen, um die Verkehrswende in Düsseldorf mit modernen, leistungsfähigen
Fahrzeugen vorantreiben zu können.“

Insgesamt hat die Rheinbahn seit 2015 59 HF6-Fahrzeuge im Wert von 167
Millionen Euro bei Bombardier Transportation bestellt, von denen 43 ältere
Bahnen ersetzen sollen. 16 Bahnen waren für die Taktverdichtung ab 2020
vorgesehen.
 
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