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1945: Düsseldorf wieder geteilte Stadt –
Fährverkehr der Rheinbahn

Der Krieg war zu Ende. Die Bilanz von zwölf Jahren Nazi-Herrschaft war grauenhaft. Obwohl Düsseldorfs Innenstadt unter den Bombenangriffen und der alliierten Beschießung stark gelitten hatte, waren weniger Häuser zerstört als in benachbarten Städten. Von den öffentlichen Gebäuden ließen sich immerhin 145 notdürftig reparieren und wieder benutzen, darunter auch das Rheinbahnhaus.
 
Als Akt der Normalisierung wurde die Anweisung der Militärregierung vom 8. Juni 1945 empfunden, die erste Straßenbahn in Richtung Benrath fahren zu lassen. Hinter dieser Absicht verbarg sich angestrengteste Arbeit. Immerhin waren auf weiten Strecken die Gleise beschädigt, die Oberleitung zerstört, viele ausgebrannte oder beschädigte Fahrzeuge standen im Stadtgebiet herum.
 
Durch die Sprengung der Brücken bei Kriegsende war Düsseldorf zudem zu einer geteilten Stadt geworden. Zwar gab es einige Bootsbesitzer und Kajakfahrer, die gegen Wucherpreise Rheinüberfahrten anboten. Ein Massentransport ließ sich auf diese Weise aber nicht organisieren. So entschied die Militärregierung bereits am 12. Juli 1945, wieder einen Fährverkehr über den Rhein zuzulassen.
 
Traditionell lag der Fährverkehr über den Rhein seit Bau der Oberkasseler Brücke bei der Rheinbahn. So wurde sie auch diesmal verpflichtet, den Fährverkehr abzuwickeln. Die eingesetzten Boote„Erft" und „Düssel" waren angesichts des großen Andrangs relativ ungeeignet und mussten durch weitere Schiffe ergänzt werden, die auch Fahrzeuge transportieren konnten. Täglich setzte die Rheinbahn bis zu 50.000 Menschen auf drei verschiedenen Linien über den Rhein.
 
Die Planung bei knappsten Mitteln konnte nur von Tag zu Tag geschehen. Die Zerstörung der Betriebsmittel im Schienennetz und an Gebäuden war erheblich. Allein der Betriebshof an der Erkrather Straße war zu 45 Prozent zerbombt, der Betriebshof Derendorf sogar zu 80 Prozent. Aber auch alle übrigen Betriebshöfe und Wohngebäude erlitten unterschiedliche Schäden.
 
Das wichtigste Ziel war zunächst die teilweise Wiederherstellung der Betriebshöfe. Von dort aus konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Gebäudetrümmer und ausgebrannte oder zerfetzte Wagen lagen herum, blockierten Gleise und Zufahrtswege. Die Aufräumungsarbeiten konnten oft nur von Hand durchgeführt werden. Dies war schon schwer genug, aber die schlechte Ernährungslage machte die Arbeit nur noch mühseliger.
Um ihre Mitarbeiter bei der Arbeit zu halten, organisierte die Rheinbahn Nahrungsmittel, die dann in den Kantinen zu Eintöpfen verkocht wurden. Die Rechnung ging auf. Die relativ schnelle Reparatur eines großen Teiles des Streckennetzes zwischen 1945 und 1946 wäre sonst nicht zu schaffen gewesen. Die Belegschaft bestand 1945 aus 2.634 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen 460 in Gefangenschaft waren.
 
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