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Verbreiterung der Oberkasseler Brücke

Schon bald nach der Jahrhundertwende musste man feststellen, dass die Oberkasseler Brücke auf Dauer dem wachsenden Verkehr nicht genügen würde. So begannen schon um 1912 Planungen für den Umbau der Oberkasseler Brücke, die aber durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges zunichte gemacht wurden. Nach dem Krieg und kurz vor Beendigung der Rheinland Besetzung nahm man diese Planungen wieder auf. Bei den Verhandlungen über die Brückenverbreiterung ergaben sich Schwierigkeiten dadurch, dass die Brücke vom 17. September 1924 bis 17. August 1925 unter dem Befehl und der Kontrolle der französischen Besatzungsmacht stand. Sie stellte verschiedene Bedingungen, die sich auf die Sicherheit der Besatzung bezogen.

Nachdem diese Bedingungen anerkannt worden waren, wurden die Firmen Philipp Holzmann und Co., Gutehoffnungshütte und Hein, Lehmann und Co. mit dem Umbau der Brücke beauftragt. Er wurde am 11. März 1925 begonnen und schon am 20. April 1926 beendet. Der Umbau war von der Rheinstrombauverwaltung unter der Bedingung genehmigt worden, dass die Baugerüste bis zum 15. Dezember 1925 aus dem Wasser entfernt würden. Bei dem inzwischen einsetzenden Eisgang gelang es aber erst am 22. Dezember, die Baugerüste soweit zu entfernen, dass eine Gefährdung des Umbaues durch verstärkten Eisgang und Hochwasser vermieden werden konnte. Das Hochwasser stieg damals bis Pegelstand 9,10 m. Dieser hohe Stand war seit dem Hochwasser aus dem Jahre 1784 nicht mehr erreicht worden.

Bei den Konstruktionsarbeiten für den Brückenbogen hatte man darauf geachtet, dass die Schönheit der Brücke im Gesamteindruck nicht wesentlich beeinträchtigt wurde. Der Radfahrweg zwischen den ursprünglichen und den Verstärkungsbögen war zwar mit 1,20 m etwas knapp ausgefallen, aber das musste in Kauf genommen werden. War doch mit dieser Konstruktion erreicht worden, dass der allgemeine Fuhrwerks- besonders der Kraftwagen-Verkehr nicht mehr den Bahnverkehr störte. Die Züge der Rheinbahn konnten nun mit voller Geschwindigkeit auf eigenem Bahnkörper über die Brücke "brausen". Auch die Fußgänger hatten einen eigenen breiteren Weg zur Verfügung.

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