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Pilotprojekt von Knorr-Bremse und Rheinbahn verspricht bessere Wartungseffizienz, geringere Standzeiten und Kosten:

Online-Datenübertragung aus Stadtbahnen für optimierte Abläufe in Werkstätten und auf Linien

19.01.2018

Den Start eines Pilotprojekts haben jetzt die Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH RailServices, München, und die Düsseldorfer Rheinbahn vereinbart. Der bayrische Konzern liefert dem nordrhein-westfälischen Verkehrsunternehmen Soft- und Hardware für die funkbasierte Datenlieferung aus Stadtbahnen in deren Werkstätten. Die Partner versprechen sich von der Online-Übertragung aus den fahrenden Bahnen eine verbesserte Organisation von Werkstattleistungen, eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit sowie eine Reduzierung der Betriebskosten. Auf eine Kurzformel gebracht bezeichnet Knorr-Bremse den Effekt des Produkts „iCOM“ als „den Übergang von der reaktiven zur vorausschauenden Wartung“.
 
In den Rheinbahn-Werkstätten erlauben die online eingehenden Datensätze fundierte Urteile zu Wartung, Reparatur oder Austausch von Komponenten. Vorteile entstehen zunächst auf der präventiven Seite. So kann zum Beispiel eine sich anbahnende Türstörung vor Eintritt des kompletten Defekts bemerkt und durch vorbeugende Wartung verhindert werden. Die auf dem Fahrzeug vorhandenen und online übermittelten Daten machen vorhersehbar, dass die Tür demnächst funktionsunfähig wird, wodurch die Bahn zur Reparatur in der Werkstatt verbleiben müsste. Der Fahrzeugausfall wird durch vorzeitiges Eingreifen vermieden. Im umgekehrten Fall kann der – bisher durch Intervalle festgelegte – Austausch von Fahrzeugteilen verschoben werden, der ebenfalls zu Standzeiten der Züge führt, wenn die Datenlage diesen Aufschub vertretbar macht. Andere Daten helfen bei Analyse und Urteil über die Funktion energieverbrauchender Komponenten, wodurch absehbar nötige Eingriffe zur rechten Zeit verbesserte Wartungsleistungen und damit höhere Effizienz bringen werden.
 
iCOM ist eine Plattform mit unterschiedlichen Applikationen, auch zur Erhöhung der Sicherheit. Denn zusätzlich zur Datenermittlung liefert das System weitere Vorteile, etwa eine Warnung des Fahrers, wenn die Bahn die Höchstgeschwindigkeit überschreitet und ein in Entwicklung befindliches Kollisionsvermeidungs-System.
 
Alle Vorteile zusammen dürften sich bei Erfolg des Pilotprojekts – zudem bei einem solch großen Fuhrpark wie dem der Rheinbahn mit einer Flotte von 310 Schienenfahrzeugen – recht bald auch positiv auf der Kostenseite ablesen lassen. Die Experten auf beiden Seiten erwarten vom Projekt unter anderem, dass die Anwendung von einer deutlichen Reduzierung der Betriebskosten begleitet wird.
Die Rheinbahn beginnt das Projekt zunächst mit 5 ihrer 76 Stadtbahnen des Typs NF8U (Niederflur-Stadtbahnwagen, achtachsig, U-Bahn) aus den Jahren 2006 bis 2012. Die Bahnen sind seit 2016 im Linienverkehr des jüngsten Düsseldorfer Tunnelabschnitts, der Wehrhahn-Linie, eingesetzt.