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Bauzeit verlängert sich wegen schlechter Witterung bis Anfang Juni:
Nachts zeitweise Busse statt Bahnen auf den Linien U74, U75 und U76

Seit Ende Januar läuft eine der aufwändigsten Sanierungen für die Abteilung „Fahrwege“ der Rheinbahn: die Erneuerung der Gleisanlagen auf der Oberkasseler Brücke. Gründe dafür sind nicht nur die starke Abnutzung der Schienen – über die Brücke fahren fünf Stadtbahnlinien – sondern auch die Witterung, die Korrosionsschäden an den freiliegenden Schienenlagern verursacht. Diese wiederum sind eine Besonderheit, da sie nur auf Bücken zum Einsatz kommen. Frost und Regen waren auch die Ursache dafür, dass sich die Bauzeit jetzt verlängert: Bis zum 2. Juni sind die Arbeiter in ausgewählten Nächten im Einsatz, bis 3.800 Schienenlager und rund 1.200 Meter Gleise ausgetauscht sind. Ein positiver Effekt nach der Fertigstellung: geringere Fahrgeräusche.

 

Nächtliche Höchstleistungen
Die Schienenlager auf der Brücke sind über Bolzen und Zwischenplatten mit dem Bauwerk verbunden. Wind und Wetter verursachen starke Korrosionen an den freiliegenden Bolzen – ein Austausch war unvermeidbar. In vier Arbeitsschritten entfernen die Gleisbauer die alten Konstruktionen, setzen neue ein, verschweißen diese mit dem Brückenblech und verbinden sie schließlich mit den insgesamt 2.400 Metern zuvor neu verlegten Schienen. „Eine Nachtschicht dauert acht Stunden – wir arbeiten mit Hochdruck und schaffen den Austausch von bis zu 70 Schienenlagern pro Nacht“, erklärt Peter Ackermann, Vorstand Personal und Betrieb, und ergänzt: „Bei 3.800 Lagern dauert das allerdings seine Zeit.“ Zusätzlich „pfuschte“ der erwähnte Faktor den Bauleuten ins Handwerk – das Wetter. Bei den starken Regenfällen und Frostperioden der vergangenen Wochen mussten sie unfreiwillig pausieren.

 

Geringere Geräusche durch hochelastische Schienenlager
Um für weniger Fahrgeräusche und damit auch für ruhigere Klänge in der angrenzenden Tonhalle zu sorgen, hat die Rheinbahn hochelastische Schienenlager eingebaut. Luft- und Körperschallimmissionen, die durch den Stadtbahnverkehr in dem Konzerthaus spürbar waren, werden dadurch reduziert.

 

Kosten trägt die Stadt Düsseldorf
Die Kosten für die umfangreiche Sanierung von mehr als 2,4 Millionen Euro trägt die Stadt Düsseldorf, denn die Rheinbahn hat die Schienenstrecke über die Oberkasseler Brücke nur gepachtet und ist somit nicht allein für die Instandhaltung verantwortlich.


Busse statt Bahnen
Die Rheinbahn stellt sicher, dass die meistbefahrene Strecke tagsüber ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Deswegen ist die Brücke nur in bestimmten Nächten von Sonntag bis Donnerstag jeweils zwischen 20 und 4 Uhr, für die Stadtbahnen gesperrt (siehe unten). In dieser Zeit übernehmen Ersatzbusse die Aufgabe der Bahnen (abends sind nur drei der fünf Linien im Einsatz) und bringen die Fahrgäste sicher und ohne nasse Füße über den Rhein:

  • Linie U74: Die Bahnen fahren nur zwischen „Holthausen“ und „Heinrich-Heine-Allee“ sowie zwischen „Luegplatz“ und „Lörick / Meerbusch-Görgesheide“. Auf der gesperrten Strecke zwischen den Haltestellen „Heinrich-Heine-Allee“ und „Luegplatz“ sind Ersatzbusse im Einsatz.
  • Linie U75: Die Bahnen pendeln nur zwischen „Eller“ und „Heinrich-Heine-Allee“ sowie zwischen „Belsenplatz“ und „Neuss, Stadthalle“. Zwischen den Haltestellen „Heinrich-Heine-Allee“ und „Belsenplatz“ fahren Busse statt Bahnen.
  • Linie U76: Die Bahnen fahren nur zwischen „Handelszentrum“ und „Heinrich-Heine-Allee“ sowie zwischen „Luegplatz“ und „Krefeld-Rheinstraße“. Auf der gesperrten Strecke zwischen den Haltestellen „Heinrich-Heine-Allee“ und „Luegplatz“ sind Ersatzbusse im Einsatz.


Historie
Die 1896 von der Rheinbahn erbaute Oberkasseler Brücke blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück: 1925 wurde der ursprüngliche Bau verbreitert, 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Das von den Engländern errichtete Provisorium stürzte zweimal ein – unter anderem durch eine Schiffskollision –, so dass 1947 der Bau einer sogenannten „Dauerbehelfsbrücke“ begann. Diese blieb bis in die 70-er Jahre in Funktion, bis die neue Brücke sie durch eine spektakuläre Verschiebung ablöste. Seit 1976 steht die heutige Schrägseilbrücke, die den linksrheinischen Stadtteil Oberkassel mit der Innenstadt verbindet.

 

» Genaue Termine der Sperrung der Oberkasseler Brücke für die Stadtbahnen

 

» Mehr Informationen zur Sperrung von Samstag, 30. Mai, 4 Uhr, bis Dienstag, 2. Juni, 3:30 Uhr
 

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